Mit welchem Zeitaufwand muss ich beim Imkern rechnen?
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Mit welchem Zeitaufwand muss ich beim Imkern rechnen?

Es gibt nur eine einzige Ressource die auf der Welt gerecht verteilt ist. Unabhängig vom Einkommen bekommt sie jeder und man kann sich mit allem Geld der Welt nicht mehr davon kaufen.

Es ist die Zeit.

Jeder hat davon genau 24 Stunden an jedem einzelnen Tag. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ziemlich fair, wenn ihr mich fragt.

Was wir mit der Zeit anfangen, bleibt uns überlassen. Doch wenn du diesen Artikel hier liest, dann wirst du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit einen Teil deiner Zeit bereits zum Imkern einsetzen, oder du denkst darüber nach, mit dem Imkern anzufangen.

Imkern und Zeitaufwand

Doch wieviel Zeit kostet imkern eigentlich?

Die klare Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an.

Das man als Berufsimker mit mehreren Hundert Völkern jeden Tag genug zu tun hat, ist wohl so ziemlich jedem klar.

Aber wie sieht es bei Hobbyimkern aus?

Zeitaufwand beim Hobbyimker

Du kannst natürlich jeden Tag Stunden bei deinen Völkern verbringen und ihnen bei der Arbeit zusehen. Wenn es dir Spaß macht, kannst du dich zusätzlich noch mit der Produktion und Vermarktung von Bienenprodukten (z.B. Sortenhonige, Gelee Royale, Propolis, Kerzen, Hautcremes, Honigbonbons, Met, Liköre usw.) beschäftigen.

Damit bist du dann selbst als Hobbyimker mit nur einigen wenigen Völkern zeitlich voll ausgelastet (zumindest wäre ich das 😊).

Die Frage ist allerdings, ob du das wirklich möchtest und ob dein Umfeld das auch mitmacht.

Daher werde ich dir im Folgenden einmal aufzeigen, was einen Neueinsteiger aus meiner Erfahrung erwartet.

In einem weiteren Artikel werde ich dir dann einen Weg aufzeigen, wie du mit minimalstem Aufwand Bienen halten kannst und was für Kompromisse du dafür eingehen musst.

Doch schauen wir uns zunächst einmal den geschätzten Arbeitsaufwand für einen Neueinsteiger mit zwei Völkern an (warum ich den Start mit zwei Völkern empfehle kannst du hier nachlesen).

Zeitaufwand im Januar und Februar

Im Januar und Februar stehen kaum arbeiten am Volk an. Im Februar kannst du an den ersten warmen Tagen den Reinigungsflug beobachten und dabei überprüfen, ob die Völker den Winter bis hierhin überstanden haben. Zeitaufwand: 30 Minuten

Zeitaufwand von März bis Juli

Im März solltest du alles an Materialien bereitstellen (z.B. Neue Rähmchen, Honigräume, Anstriche) was du für die kommenden Monate benötigst. Zeitaufwand: 1,5 Stunden

Ende März oder Anfang April wird die Frühjahrsdurchsicht gemacht, Schwache Völker ggf. vereinigt und die Honigräume aufgesetzt. Zeitaufwand: 1 Stunde

Ab April ist dann bis Ende Juni einmal pro Woche die Schwarmkontrolle dran. Zeitaufwand: 30 Minuten (wenn man nur die Kippkontrolle durchführt landet man bei 15 Minuten)

Im Mai und im Juli steht dann die Honigernte an. Ich habe mal meine Erfahrungswerte aus meinen ersten Jahren für die einzelnen Arbeiten tabellarisch aufgeführt:

  • Bienenfluchten einsetzen: 20 Minuten
  • Honigräume abnehmen: 30 Minuten
  • Schleuderraum vorbereiten: 30 Minuten
  • Entdeckeln und schleudern: 2 Stunden
  • Schleuder und Geräte reinigen: 30 Minuten
  • Honigräume wieder aufsetzen: 15 Minuten

Zeitaufwand von August bis Oktober

Nach der Sommerernte steht dann im August die Varroabehandlung zum Beispiel mit Ameisensäure und dem Liebig Dispenser. Zeitaufwand für das Vorbereiten des Dispensers und das Einsetzen: 20 Minuten.

Danach folgt die erste Ladung Winterfutter. Zeitaufwand: 20 Minuten.

Anschließend wird je nach Varroabefall noch eine zweite Runde behandelt und im September die Winterfütterung komplettiert. Zeitaufwand zusammen: 40 Minuten.

Zeitaufwand von November bis Dezember

Bis zum Dezember gibt es nun keine dringenden Arbeiten mehr am Volk. Erst kurz vor Weihnachten steht 3 Wochen nach dem ersten Nachtfrost die Winterbehandlung mit Oxalsäure an. Zeitaufwand: 20 Minuten.

Fazit

Durch diese Übersicht kannst du nun grob abschätzen, mit was für einem Zeitaufwand du im Laufe des Jahres so ungefähr rechnen kannst. Hierbei handelt es sich wie gesagt um meine groben Erfahrungen aus dem ersten Jahr. In der Auflistung fehlen auch sämtliche Fahrtzeiten, wenn du deine Bienen nicht direkt bei dir zu Hause hast.

Außerdem können noch weitere Stunden für die Vermarktung des Honigs hinzukommen (Abfüllen, Etikettieren, verkaufen usw.).

In der Literatur findet man hin und wieder den Hinweis, dass man pro Volk 10 Stunden Arbeit pro Jahr einplanen soll. Das stimmt auch ziemlich gut mit meiner Erfahrung überein. Ich glaube allerdings auch, dass die Spannbreite hier echt groß ist.

Ein erfahrener Hobbyimker wird garantiert schneller arbeiten als ein blutiger Anfänger. Ich erhebe auch nicht den Anspruch, dass meine Angaben Allgemeingültig sind. Vielmehr soll dir die monatliche Auflistung ein Gefühl dafür geben, wie sich die Arbeit übers Jahr verteilt.

Wenn dir der Aufwand zu groß erscheint, dann warte meinen nächsten Beitrag ab. Dort erfährst du, wie du mit minimalstem Aufwand Bienen halten kannst.

In diesem Sinne wünsche ich dir immer genügend Zeit beim imkern.

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