Apisticus-Tag 2019: Ein Erfahrungsbericht

Apisticus-Tag 2019: Ein Erfahrungsbericht

Am letzten Wochenende war es wieder einmal so weit. Der Apisticus – Tag fand zum 28ten Male in Münster statt. Aufgrund des gestiegenen Interesses in den vergangenen Jahren gab es in diesem Jahr eine Premiere. Zum ersten Mal fand die Veranstaltung in den Münsteraner Messehallen statt. Aus meiner Sicht hat sich der Wechsel in die größeren Räumlichkeiten absolut gelohnt, denn sowohl in den beiden Etagen des Foyers, als auch auf der Via Miele verliefen sich die Besucher nicht. Am Samstagmittag wurde es zwischenzeitlich sogar recht eng an den Ständen, was sich aber im Laufe des Tages wieder legte.

Persönliche Premiere

Für mich selber war es ebenfalls eine Premiere, da ich zum ersten Mal als Besucher dabei war. Dementsprechend gespannt verließ ich das Parkhaus und lief zielstrebig dem Eingang entgegen, bis mich eine 30 Meter lange Schlange vor den beiden Kassen ausbremste. Entgegen meinen ersten Befürchtungen ging es aber doch recht zügig voran, so dass ich nach zehn Minuten bereits im Foyer stand und mein Eintrittsgeld gegen ein Bändchen tauschte, mit dem ich Zutritt zur Messe und den Vorträge bekam.

Nach einer kurzen Orientierung durch die ausliegenden Lagepläne stürzte ich mich dann ins Messegetümmel. Die nächsten zwei Stunden ließ ich mich über die Imkermesse treiben und konnte mir wirklich alles anschauen was das Imkerherz begehrt. Vom Stockmeißel für ein paar Euro, bis hin zur Honigschleuder für mehrere Tausend Euro war alles dabei. Es gab handfeste Smoker, oder digitale APPs zur Völkerverwaltung. Daneben gab es Stände mit Schutzkleidung, Beutensystemen, Etiketten, Kosmetik und vieles mehr. Was mich überrascht hat, war die Internationalität. So waren zum Beispiel Firmen aus den Niederlanden, England, Italien, der Tschechischen Republik, Ungarn oder Griechenland angereist und mit einem Stand vertreten. Daneben waren auch einige Verbände oder Vereine, wie der DIB, Bioland oder Demeter präsent, so dass man sich wirklich umfassend informieren konnte.

Via Miele

Gegen Mittag zog es mich dann auf die Via Miele, wo es ein breites Angebot an Honigspezialitäten und einige Essstände gab. Einige Imker waren hier mit den Klassikern (Honig, Kerzen, Hautcreme) vertreten. Zusätzlich gab es Stände mit Honigbier, Likören oder Honigbrand und der ein oder andere Exot war ebenfalls anzutreffen. So gab es zum Beispiel auch einen Stand einer Münsterländer Käserei und einen Biobäcker.  Nach einem Probierbecher Honigbier und einem Stück Kuchen vom Biobäcker ging es dann gestärkt in den Vortragssaal in das erste Obergeschoss.

Vortrag ausgebucht

Die Intelligenz der Bienen von Rudolf Menzel war der Vortrag, den ich mir anhören wollte und ich hatte Glück relativ zeitig vor Beginn im Vortragsraum zu sein. So konnte ich noch einen der letzten Stühle ergattern, denn es wurde richtig voll.

Als Prof Menzel seinen Vortrag begann, waren dann geschätzt 30-50 Zuhörer mehr im Saal als Stühle. Ich fühlte mich ein wenig an meine Erstsemestervorlesungen erinnert, denn die Menschen standen oder saßen in den Gängen und an den Seiten des Vortragspodiums. Doch im Gegensatz zu mancher Vorlesung an der Uni, waren hier alle sofort gefesselt von dem Vortrag und der lebendigen Präsentation von Herrn Menzel. In seinem gut einstündigen Vortrag, zeigte er beeindruckende  Experimente rund um die kognitiven Fähigkeiten der Biene. Wie orientiert sie sich in der Natur? Wie findet sie den Weg zur Nektarquelle und wieder zurück in den Stock? Was sieht sie und wie weit ist ihre Intelligenz entwickelt?

Am Ende des Vortrags ging es dann um den Einfluss der Umweltgifte auf die Biene und die dramatischen Auswirkungen auf das Bienengehirn, gefolgt von einer allgemeine Fragerunde mit dem Publikum. Ich muss sagen, dass die 10 Euro für den Vortrag gut investiert waren und ich Herrn Menzel als Vortragsredner ausnahmslos empfehlen kann.

Fazit:

Mit meinem ersten Besuch auf dem Apisticus Tag bin ich sehr zufrieden gewesen. Auch wenn einen das Angebot am Anfang fast erschlägt, hat man hier eine exzellente Möglichkeit sich über die neuen Entwicklungen auf dem Imkermarkt zu informieren und nebenbei auch das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Zeitlich bedingt konnte ich nur einen Vortrag hören, dieser war jedoch von absolut guter Qualität, so dass ich mich im Nachhinein ein wenig ärgere nicht mehr gehört zu haben. Im nächsten Jahr, werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach wieder vor Ort sein. Dann vielleicht mit einer wohlüberlegten Einkaufsliste und etwas mehr Zeit für die Vorträge.

Warst du auch auf dem Apisticus Tag in Münster? Wie hat er dir gefallen? Was war dein Highlight und was könnten die Organisatoren im nächsten Jahr besser machen? Hinterlasse mir einfach einen Kommentar dazu.

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