Der Smoker – Wie er dir hilft und wann du auf ihn verzichten solltest
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Der Smoker – Wie er dir hilft und wann du auf ihn verzichten solltest

Wenn im Sommer die Trockenheit groß ist, genügt ein einziger Funke und es ist geschehen. Der Wald brennt. Rasch breitet sich das Feuer aus, frisst sich auch in Richtung eines hohlen Baumes in dem ein Bienenschwarm wohnt. Das Feuer ist ihr sicherer Tod, doch die Bienen haben einen Notfallplan.

Sobald Rauch ihren Stock erreicht, krabbeln sie zu ihren Vorräten und hauen sich die Honigblase voll. Dann warten sie ab, ob das Feuer ihren Baum auch wirklich erreicht. Falls der Unglücksfall eintritt, können sie ohne Verzögerung mit einer großen Portion Reiseproviants die Flucht ergreifen. War es nur falscher Alarm und das Feuer zieht vorbei, dann gehen sie nach wenigen Minuten wieder ihrer normalen Tagesbeschäftigung nach.

Dieses Notfallprogramm ist der Grund, warum es den Smoker überhaupt gibt. Er ist quasi das handliche Ablenkungsprogramm für die Bienen, wenn du ungestört am Bienenstock arbeiten willst. Durch den Rauch, wird das Notfallprogramm der Bienen angeworfen (Honigblase vollhauen und dann abwarten) und sie lassen dich größtenteils unbehelligt. Einfach genial.

Wieviel Rauch ist nötig?

Also die Bienen immer und überall kräftig einräuchern?

Wenn du verstanden hast, dass Rauch bei den Bienen Stress auslöst (Hilfe der Wald brennt!), wirst du von selber drauf kommen.

„Viel hilft viel“ funktioniert hier nicht.

Ein paar Stöße Rauch aus dem Smoker reichen völlig aus. Danach am besten ruhig und zügig weiterarbeiten und das Volk nicht länger als nötig offen lassen.

Beachte die Jahreszeiten

Frühling, Sommer und der Herbst sind die Zeit des Smokers. Im Winter (z.B. bei der Oxalsäurebehandlung) verzichte ich dagegen auf den Smoker.  Zu der Zeit kuscheln sich die Bienen viel lieber in ihrer Wintertraube zusammen und sind wenig motiviert einem um den Kopf zu schwirren.

Außerdem verursacht Rauch Stress bei den Bienen. Stress bedeutet erhöhter Grundumsatz und somit wird mehr Honig gefuttert. Bei knappen Wintervorräten nicht die beste Strategie um die Bienen gut durch den Winter zu bringen.

Sperrbezirk Honigraum

Ein weiteres Gebiet bei dem ich auf den Smoker verzichte, ist der Honigraum. Honig nimmt Gerüche und Aromen sehr gut auf. Deswegen verzichte ich beim Honigraum auf den Smoker.  Den Bienen selber ist es zwar reichlich egal, ob ihr Honig Rauch abbekommen hat oder nicht. Du aber willst ihn wahrscheinlich eines Tages ernten und ihn in Umlauf bringen und spätestens dann ist ein einwandfreier Geschmack entscheidend.

Natürlich gibt es Imker die Rauch in den Honigraum geben und darauf schwören, dass dies keinen Einfluss auf das Aroma hat. Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht. Ich habe zumindest noch keinen Vergleichstest gemacht.

Solange gehe ich weiter lieber auf Nummer sicher und unternehme alles, um Gerüche vom Honig fernzuhalten. Also ist Rauch im Honigraum Tabu. Zumindest bis geräucherter Honig sich als Trend in der Foodszene durchgesetzt hat 😉

Woher bekomme ich meinen Smoker?

Smoker kannst du in jedem Imkereibedarfsladen kaufen. Bei der großen Auswahl fällt die Entscheidung nicht immer leicht (in einem gängigen Internetshop habe ich allein 29!!! verschiedene Smoker Variationen gefunden). Lass dich einfach in einem Laden beraten und achte auf eine stabile Verarbeitung, dann solltest du für 20-50€ einen vernünftigen Smoker bekommen.

Burn it down!

Ein Smoker alleine macht noch keinen Rauch, du brauchst auch noch Brennmaterial. Wenn du mal ins Netz schaust wirst du alles Mögliche finden. Bienentabak, Imkertabak, Kräutertabak, Hanfrauchstoff, oder getrocknete Kräutermischungen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ich brauche sie aber nicht wirklich, denn es gibt noch eine Gratisalternative.

Der Rauchhit: Eierkartons und etwas Grünzeug

Nimm einfach die Pappe von Eierkartons, ergänze sie um Holzspäne, Gras oder Blätter und fertig ist die perfekte Qualmanlage.  Kostenpunkt 0€ J

Was benutzt du als Brennmaterial? Gibt es einen Smokertypen auf den du schwörst? Oder benutzt du eine Imkerpfeife? Hinterlasse mir gerne deinen Kommentar dazu.

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