Varroabehandlung im Sommer: Eine Übersicht!
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Varroabehandlung im Sommer: Eine Übersicht!


Die Ernte im Sommer ist für viele Imker den Höhepunkt der Saison. Die Honigräume werden geschleudert und der Honig abgefüllt.
Doch leider entwickelt sich zu der Zeit auch eine andere Spezies in den Bienenstöcken auf ihren Höhepunkt zu und gemeint ist hierbei nicht die Hauptbewohnerin Apis Mellifera. Es geht, wie so häufig um die Varroamilbe, die sich seit dem Frühjahr mit dem wachsenden Bienenvolk ebenfalls entwickelt hat. Auch wenn man das Wachstum der Milben durch den Schnitt von Drohnenbrut verlangsamen kann, sind im August so viele Varroen im Volk, dass sie die Entwicklung von gesunden Winterbienen empfindlich stören können.
Höchste Zeit also als Imker einzugreifen.

Welche Methoden gibt es?


Viele Wege führen bekanntlich nach Rom und ganz ähnlich sieht es bei der Varroabehandlung aus. Als Imker kann man aus folgenden Strategien wählen:

  • Behandlung durch Medikamente
  • Behandlung mit Thymol
  • Behandlung mit Ameisensäure
  • Behandlung durch totale Brutentnahme

Behandlung durch Medikamente

Zugelassen sind für den deutschen Markt diverse Präparate auf Basis von z.B. Flumethrin (Bayvarol und PolyVar), oder Amitraz (Apitraz und Apivar) zugelassen. Präparate mit Flumethrin sind apothekenpflichtig. Präparate mit Amitraz sogar nur auf Rezept zu bekommen. Über die Wirksamkeit kann ich relativ wenig sagen, da ich selbst bis heute keines dieser Medikamente in der Anwendung hatte. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht der Grund meiner Zurückhaltung. Für mich ist es wichtig, so naturnah wie möglich zu imkern und da sind pharmazeutische Medikamente nur die Ultima Ratio. Gerade dann, wenn es wirksame alternative Behandlungskonzepte gibt.

Behandlung mit Thymol

Thymol (Apiguard, Thymovar) ist eine organische Verbindung welche in der Natur in Bohnenkraut, Oregano und Thymian vorkommt. Eigentlich nicht schlecht, doch ist es wie gesagt, eine organische Verbindung und die können sich im Volk anreichern oder lange nachweisbar sein. Aus diesem Grund habe ich bis jetzt einen Bogen um Thymol gemacht.

Behandlung mit Ameisensäure

Ameisensäure ist eine in der Natur häufig vorkommende anorganische Säure. Die Behandlung mit ihr ist für ausgewachsenen Bienen ungefährlich. Nur bei der Brut kann es bei zu hohen Konzentrationen zu Schäden kommen. Aus meiner Sicht stellt die Behandlung mit der Ameisensäure einen akzeptablen Kompromiss zwischen notwendigem Eingriff und einer nachhaltigen Völkerführung dar. Dennoch ist sie nicht perfekt. Sie funktioniert am besten bei Temperaturen um 25 Grad. Aufgrund der immer heißer werdenden Sommer wird die Behandlung daher zunehmend problematischer. Daher sollte man immer die Augen nach alternativen Behandlungskonzepten offen halten. Eine Möglichkeit ist dabei die totale Brutentnahme.

Behandlung durch totale Brutentnahme

Die Varroamilbe vermehrt sich ja bekanntlich in den verdeckelten Zellen der Bienenbrut. Wenn man nun dafür sorgt, dass keine Brut mehr im Volk vorhanden ist, dann hat auch die Varroamilbe keine Möglichkeit mehr sich weiter zu entwickeln. In einer kombinierten Version mit einer Milchsäurebehandlung (wirkt nicht in verdeckelten Zellen) kann man so die Varroamilbe effektiv reduzieren. Nachteil ist natürlich die Unterbrechung in der Volkentwicklung. Für die Bienen an sich ist es allerdings die schonendste aller vorgestellten Methoden.

Fazit

Eine Varroabehandlung im Sommer ist bei der überwältigenden Mehrheit der Völker absolut notwendig. Dazu gibt es verschiedene Strategien, die nachweislich wirksam sind. Aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit habe ich mich für die Behandlung mit Ameisensäure entschieden. Ich beschäftige mich allerdings zur Zeit immer mehr mit dem Konzept der totalen Brutentnahme und ich denke, dass ich in der nächsten Saison einmal testweise an ein paar Völkern damit arbeiten werde.
Eines ist aber auch klar egal, für welches Konzept man sich entschieden hat. Am wichtigsten ist, dass man überhaupt eins hat. Denn gar nicht behandeln wäre mit Sicherheit die schlechteste Option.

Welches Behandlungskonzept verfolgst du bei deinen Bienen? Hinterlasse mir gerne deinen Kommentar!

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