Weniger Stress beim Imkern! Warum du deine nächste Imkersaison unbedingt planen solltest.
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Weniger Stress beim Imkern! Warum du deine nächste Imkersaison unbedingt planen solltest.

Im Frühherbst wird es wieder ruhiger am Bienenstand. Die Sommerernte ist eingebracht und in Gläsern oder Honigeimern verstaut. Die Varroabehandlung durch Ameisensäure, totale Brutentnahme oder andere Verfahren ist beendet und die milbenfreien Bienen schlürfen eifrig das Winterfutter, um es in die Futterwaben umzufüllen.

Für dich als Imker gibt es jetzt am Ende der langen Saison immer weniger zu tun. Der Stress lässt nach und in den nächsten Wochen brauchst du nur noch einmal raus zu den Bienen, um die Völker winterfest (Futtergeschirr entfernen und Mäusegitter anbringen) zu machen.

Vielleicht bist du sogar insgeheim froh, dass die Arbeit mit den Bienen erst einmal weniger wird. Denn wenn man ehrlich ist, kann einem der ganze Aufwand beim Imkern auch schnell über den Kopf wachsen.

Wie entsteht Stress beim Imkern?

Bei mir war es in diesem Jahr eine Kombination aus einer zu hohen Völkerzahl und zu wenig Material.

Wie konnte das geschehen?

Das Jahr began eigentlich hervorragend. Trotz des wechselhaften Winters hatte ich Glück und in diesem Jahr keinerlei Winterverluste zu beklagen. Hoch motiviert habe ich dann von ausgewählten starken Völkern im Frühjahr fleißig Ableger gebildet.

Damit war ich dann an meine Kapazitätsgrenze gelangt. Als dann im Mai innerhalb einer Woche 4 Schwärme hinzukamen, ging der Stress los. Neue Beuten wurden eilig gekauft, Milchsäurebehandlung der brutfreien Schwärme durchgeführt und ein neuer Platz für die 4 Völker musste zusätzlich eingerichtet werden.

Direkt im Anschluss folgte die Frühjahrsernte, so dass ich im Juni echt platt war, die Imkersaison jedoch erst zur Hälfte rum.

Im weiteren Verlauf des Jahres beruhigte sich die Situation zwar wieder, doch brauche ich so einen Stress echt nicht noch einmal.

Warum ist Stress beim Imkern zu 99% selbstverschuldet?

Ganz einfach, weil ich nicht richtig geplant habe. Ich hatte zwar eine Idee, mit wie vielen Völkern ich durch das Jahr gehen wollte, habe dies aber nicht wirklich beachtet. Außerdem traf mich ich die Schwarmsaison komplett unvorbereitet. Auch das wäre vermeidbar gewesen.

Die Lösung: Mach dir einen Plan

Deswegen ist Planung beim Imkern echt wichtig. Und zwar am besten, wenn die Saison gerade vorbei ist.

Dann sind die Erinnerungen noch frisch und man schätzt realistischer ein, was man arbeitsmäßig noch schultern kann und was nicht.

Ich würde keinesfalls damit bis zum Winter warten. Zumindest für mich funktioniert das nicht.

Wenn ich ein paar Monate nicht bei den Bienen war, verklärt sich der ganze Aufwand und Stress in der Rückschau und ich würde mir automatisch wieder zu viel für das neue Jahr vornehmen.

Daher habe ich dieses Jahr die Völkerzahl für die Überwinterung genau festgelegt. Konsequent schwächliche Völker aufgelöst und mir eine Inventarliste mit den Materialien gemacht, die ich im nächsten Jahr brauchen werde.

So kann ich in den nächsten Monaten in Ruhe das Material besorgen, weiß jetzt schon wieviel Ableger ich im Frühling machen werde und was genau meine neuen Projekte in der nächsten Saison sein werden (Stichwort: Königinnenvermehrung).

Damit weiß ich jetzt genau wo ich im nächsten Jahr mit meiner Imkerei hinwill und schütze mich selbst davor ungeplant ins Frühjahr zu stolpern.

Aus meiner Sicht ein einfacher Weg um Stress zu vermeiden und mehr Spaß am Imkern zu haben. Gerade auch in der Hochsaison.

Fazit:

Wenn du also den Stress beim Imkern minimieren willst, dann solltest du dir jetzt einen Plan für das nächste Jahr machen.

Besteht aber bei akribischer Planung nicht die Gefahr eines starren Imkerns nach Kochrezept?

Aus meiner Sicht auf keinen Fall, denn eines ist sicher. Den Bienen ist deine Planung herzlich egal und sie werden trotzdem einiges an Überraschungen für dich bereithalten.

Langeweile droht also auf keinen Fall. Das ist mit Bienen sowieso nicht möglich.

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