Einfache Bildung eines Ablegers (Teil 2)

Einfache Bildung eines Ablegers (Teil 2)

4 Wochen sind vergangen seit ich den 3 Waben Ableger gebildet habe. Eine wirklich lange Zeit in der man nichts macht, außer hin und wieder den Betrieb am Flugloch zu beobachten. Ich habe den regen Betrieb der Bienen, das Kommen und Gehen bzw. Landen und Abfliegen als positives Zeichen bewertet. Zumindest wusste ich so, dass es im Ableger noch Leben gab. Zu gerne hätte ich Zwischendurch mal in den Ableger hineingeschaut, doch das hätte schlimme Folgen für den Ableger haben können.

Eine befruchtete Königin ist vor der Eiablage flugfähig!

Die Bienen in dem Ableger ziehen sich, wie ich im ersten Teil meiner Artikelserie (Einfache Bildung eines Ablegers Teil 1) aus der jüngsten Brut eine neue Königin heran. Die schlüpft nach ca. 2 Wochen, wartet auf gutes Flugwetter und begibt sich dann auf ihren Hochzeitsflug. Hat sie diesen erfolgreich absolviert und ihren Ausflug überlebt, kehrt sie als befruchtete Königin mit mehreren Millionen Spermien im Hinterleib in den Stock zurück. Dort beginnt sie nach einiger Zeit mit der Eiablage. Mit der einsetzenden Eiablage verändert sich Gestalt (Morphologie) der Königin. Ihr Hinterleib verlängert sich, so dass sie schließlich flugunfähig wird. Da sowohl der Start zum Hochzeitsflug, als auch die Länge des Fluges vom Wetter beeinflusst wird, kannst du den Startpunkt der Eiablage bzw. den Tag ab dem die Königin flugunfähig ist, auf keinen Fall punktgenau berechnen.

Bist du jetzt zu ungeduldig und öffnest den Stock zu früh, dann öffnest du das Volk mit einer flugfähigen Königin. Und das kann Folgen haben.

Fliegt die Königin ab, ist der Ableger verloren!

Es kann dir jetzt passieren, dass die Königin erschreckt abfliegt und sich irgendwo in der Umgebung niederlässt. Das ist dann der Super Gau für den Ableger, denn die Königin findet in der Regel nicht mehr zurück zum Stock. Die zurückgebliebenen Bienen können sich auch keine neue Königin mehr nachziehen, da es zu diesem Zeitpunkt nur noch ein wenig verdeckelte (alte) Brut im Ableger gibt. Aus denen kann aber niemals eine Königin werden. Du siehst also, übermäßige Neugier kann den Ableger umbringen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Deshalb ist es besser 4 Wochen nichts zu tun und erst dann den Ableger zu kontrollieren.

Ist alles glatt gelaufen, dann ist die Königin bereits in Eiablage gegangen und du findest frische Brut vor. Prima, dein Ableger hat den Start optimal hinbekommen und ist bereit für den nächsten Schritt

Varroabehandlung mit Milchsäure

Da auch dein Ableger höchstwahrscheinlich mit der Varroamilbe infiziert ist, musst du ihn auch im Kampf gegen die Milbe unterstützen. Für die Varroabehandlung gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Neben Medikamenten, oder dem schneiden der Drohnenbrut, kannst du das Volk auch mit organischen Säuren wie der Ameisensäure, der Oxalsäure oder der Milchsäure behandeln. Letztere wirkt sehr gut, dringt aber nicht in die verdeckelten Brutwaben ein. Ein Einsatz in einem Volk mit ausgewachsenem Brutnest macht daher kaum Sinn. Dein frischer Ableger besitzt allerdings noch keine oder nur sehr wenig verdeckelte Brut und eignet sich daher perfekt für die Milchsäurebehandlung.

Milchsäurebehandlung des Ablegers. Die einzelnen Schritte

Die Behandlung mit Milchsäure ist relativ einfach. Zunächst besorgst du dir Milchsäure in einer Konzentration von 15% und einen Sprühaufsatz in einem Imkerladen (Ich habe meine Milchsäure zum Beispiel hier gekauft). Dann ziehst du dir eine alte Jacke und Handschuhe an, damit die Milchsäure nicht in Kontakt mit deiner Haut kommt. Milchsäure ist ätzend und hat auf deiner Haut absolut nichts zu suchen. Bist du also gut geschützt, dann öffnest du den Stock, entnimmst ein Rähmchen und sprühst die auf dem Rähmchen sitzenden Bienen mit zwei Sprühstössen pro Seite ein, so dass alle Bienen mit Milchsäure benetzt sind. Dann setzt du das Rähmchen wieder zurück in die Beute und entnimmst das nächste Rähmchen für die Behandlung. Hast du alle Rähmchen auf diese Weise behandelst, bist du bereits mit der Milchsäurebehandlung fertig.   

Zum Abschluss setzt du jetzt noch ein Rähmchen mit Mittelwand zwischen die Futterwabe und die mittlere Wabe. Damit hat der Ableger für die nächsten  2 Wochen genug Fläche um das Brutnest zu erweitern.

Falls dir noch irgendetwas an dem Prozedere unklar sein sollte, kannst du dir auch auf YouTube ein Video dazu von der Bienen Expertin Pia Aumeier anschauen. Kann ich nur jedem empfehlen.

Wie erstellst du deine Ableger? Behandelst du auch mit Milchsäure? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar dazu. 

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